šŸ›‹ļø KURZGEĀ­SCHICHĀ­TEN am SONNTAG

Der Mƶrder ist nicht immer der GƤrtner ā€¦
krimiĀ­nell gute GartenĀ­morde (AnthoĀ­loĀ­gie)

ā€ Vor einem halben Jahr wurde ich von der wunderĀ­baĀ­ren Leporello-BuchhƤndĀ­leĀ­rin Rotraut Schƶberl eingeĀ­laĀ­den, mich mit einer KrimiĀ­kurzĀ­geĀ­schichte zu beteiĀ­liĀ­gen. ā€œMusst keinen Garten haben, HauptĀ­saĀ­che im GrĆ¼nen ā€“ und einen Toten sollte es gebenā€, hieƟ es.  
Jetzt muss ich vorab gesteĀ­hen: Ich habe Krimi-AnthoĀ­loĀ­gien als Leserin bisher nicht sonderĀ­lich viel abgewinĀ­nen kƶnnen. (AllerĀ­dings kenne ich auch nur vier). Und Garten habe ich tatsƤchĀ­lich keinen. Ich habe nicht einmal einen grĆ¼nen Daumen. Es sei denn, ich zƤhle die LƤuse und Raupen dazu, die es sich auf meinen Rosen und meiner KapuziĀ­nerĀ­kresse gemĆ¼tĀ­lich machen (hipper, insekĀ­tenĀ­freundĀ­liĀ­cher StadtĀ­balĀ­kon!)
Morden kann man mit der KapuziĀ­nerĀ­kresse freilich nicht. Oder doch? ImmerĀ­hin habe ich bis kurzem auch nicht gewusst, dass man mit ErbsenĀ­suppe morden kann ā€¦


šŸ”– Inhalt: Mit ErbsenĀ­suppe (ohne jegliĀ­chen Zusatz!) kann man tatsƤchĀ­lich Leute ins Grab bringen. Oder auch mit einem OhrwaĀ­schelĀ­kakĀ­tus (der sich lieber nobel gibt und im Buch als Opuntie vorstellt). Nicht, dass sein Dorn (nenn ihn niemals Stachel!) giftig wƤre. Aber er kann lebensĀ­beĀ­drohĀ­lich werden, wenn ā€¦ aber lesen Sie selbst! (Ā»Der OpuntienĀ­dornĀ« von Bettina BalĆ ka ist Ć¼brigens meine persƶnĀ­liĀ­che LieblingsĀ­geĀ­schichte. Die ist nƤmlich besonĀ­ders bƶse.)
Was man in dem Buch noch findet: Zum Beispiel die Geschichte mit den ewig streiĀ­tenĀ­den Nachbarn und dem Ā»Wau, wauwau, wauuuuuĀ«-Hund ā€“ der dann leider sein Leben lassen muss.Oder die Geschichte vom Mimosen-StreichĀ­ler (einem wahrhafĀ­ten PflanĀ­zenĀ­rĆ¼Ā­pel)! Und es gibt einen Kater namens Kafka! Und ein blind date. Und einen Mann, der ein MƤdchen einsperĀ­ren will, was ihm zum GlĆ¼ck aber nicht gelingt. Einem gut ausseĀ­henĀ­den Burschen wiederum gelingt es dann fatalerĀ­weise doch, ein MƤdchen im Park zu Tode zu wĆ¼rgen ā€“ und damit auch noch davonĀ­zuĀ­komĀ­men. Und dann gibt es diesen mysteĀ­riƶĀ­sen blutenĀ­den Typen in einer GartenĀ­hĆ¼tte ā€¦
Vor allem aber gibt es viel Gift, schwarĀ­zen Humor und Ć¼berraĀ­schende WendunĀ­gen in dieser Anthologie. 

šŸ’¬ Meine Meinung: Die GeschichĀ­ten sind allesamt kurz und dadurch sehr dicht (die meisten sind grad mal so lang, dass man 2 RadiesĀ­chenĀ­brote essen kann) und ƤuƟerst hinterhƤltig.Und ja, ich hab einen Verdacht. Ich glaube nƤmlich, dass die GeschichĀ­ten desweĀ­gen so anders sind als in anderen Krimi-AnthoĀ­loĀ­gien (zuminĀ­dest anders als in jenen 4, die ich kenne), weil die Rotraut Schƶberl als HerausĀ­geĀ­beĀ­rin dahinĀ­ter steckt. Und wenn die Rotraut um GeschichĀ­ten anfragt, traut Autor:in sich eben doch nicht, irgendĀ­eine alte, nicht so gelunĀ­gene Story aus der SchubĀ­lade zu ziehen.
FĆ¼r meinen eigenen Text in ā€žRadiesĀ­chen von untenā€œ kann ich nicht sprechen, den sollen andere beurteiĀ­len. Aber eines kann ich dann doch ganz ohne Lug und Trug behaupĀ­ten: Ich habe jede einzelne Geschichte in diesem Buch genosĀ­sen. Und was das besonĀ­ders Schƶne war: Ich hab sie nicht nur mit Spannung gelesen, sondern vor allem viel gelacht!(Aber natĆ¼rĀ­lich bin ich voreinĀ­geĀ­nomĀ­men. Denn allein das Wort Ā»RadiesĀ­chenĀ« lƶst bei mir ja schon LiebesĀ­geĀ­fĆ¼hle aus ā€¦.)

āœ BelegĀ­exĀ­emĀ­plar
Eine RezenĀ­sion erschien auch auf dem Blog von & RadiesĀ­chen ā€“ Zeitschrift fĆ¼r Literatur

Titel: RadiesĀ­chen von unten
HerausĀ­geĀ­beĀ­rin: Rotraut Schƶberl ā€“ krimiĀ­nell gute GartenĀ­morde
Autor:innenBettina BalĆ ka, Alex Beer, Agatha ChrisĀ­tie, Ann Granger, Severin GroebĀ­ner, MargaĀ­rita KinstĀ­ner, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, ā€‘ky, Martina Parker, Theresa Prammer, Thomas Raab, Erwin RiedesĀ­ser, Eva Rossmann, ClemenĀ­tine Skorpil, Gabriele Wolff, Peter Zirbs.
Genre: KrimiĀ­kurzĀ­geĀ­schichĀ­ten 
Verlag: Residenz    PubliĀ­kaĀ­tiĀ­onsĀ­jahr: 2022
ISBN: 978ā€“3ā€‘7017ā€“1754ā€‘5  Seiten: 224
> Link zum Verlag und zur Leseprobe

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